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Die Auswahl des Krematoriums

Wenn ein Leichnam eingeäschert werden soll, sucht man ein Krematorium aus. In Deutschland gibt es ca. 160 Krematorien. Traditionell sind die Betreiber von Krematorien die Kommunen oder der Senat. Seit den späten 90-er Jahren gibt es in allen Bundesländern auch private Krematorien. Diese machen den alteingesessenen Krematorien mit günstigen Preisen und oft schnellerem Service Konkurrenz (Quelle). Die Kosten für die Einäscherung inklusive der 2. amtsärztlichen Leichenschau betragen je nach Krematorium zwischen 200€ und 500€. Ein seriöser Bestatter berücksichtigt die Kosten des Krematoriums in seinem Kostenvoranschlag.

Grabarten
© Robert Hoetnik - fotolia.com

So wählen Sie das passende Krematorium aus

Wenn eine Feuerbestattung durch den Verstorbenen oder die Angehörigen ausdrücklich erwünscht ist, wählt man dafür ein Krematorium aus. Der Verstorbene ist immer Eigentum seiner Angehörigen, auch wenn ein Bestatter  beauftragt wird und die Angehörigen ihm eine Vollmacht erteilen. Daher liegt die Auswahl des Krematoriums den Angehörigen. Sie müssen sich in der Regel aber nicht selbst um die Auswahl kümmern, denn die meisten Bestatter arbeiten mit mindestens einem Krematorium zusammenarbeiten.

Wer beauftragt das Krematorium?

Jeder Bestatter sollte in Absprache mit den Angehörigen ein Krematorium festlegen. Zudem muss er darüber aufklären, welches Krematorium er aus welchen Gründen ausgewählt hat. Ein günstiger Preis, die kurze Entfernung oder das Vorhandensein von Räumlichkeiten für eine Trauerfeier können solche Gründe sein. Jedes Krematorium legt fest, ob die die Kremierung vom Bestattungsunternehmen oder von einem Angehörigen beauftragt wird.

Trauerfeier im Krematorium

Viele Krematorien haben eigene Feierhallen oder Abschiedsräume. Damit bieten sie den Angehörigen die Möglichkeit, im Krematorium eine Trauerfeier zu organisieren. Vielerorts können Sie auch anwesend zu sein, wenn der Sarg den Flammen übergeben wird. Die Anmeldung der Feier erfolgt über den Bestatter oder direkt beim Krematorium.

Leichenschau im Krematorium

Bevor ein Verstorbener eingeäschert werden darf, wird die sogenannte "Freigabe" benötigt. Das ist eine behördliche Genehmigung für die Einäscherung. Diese ist notwendig, da sich die Todesursache nach der Verbrennung nicht mehr feststellen läßt.

Rosenblätter am Sarg
© kzenon - fotolia.com

Daher erfolgt vor der Einäscherung eine zweite Leichenschau. Diese findet im Krematorium durch einen Amtsarzt oder einen Rechtsmediziner statt (außer Bayern). Bei der zweiten Leichenschau werden zunächst die Angaben auf dem Totenschein und die Personalien des Verstorbenen auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft. Danach wird der Leichnam noch einmal untersucht. Bestätigt sich hierdurch der natürliche Tod, erfolgt die Freigabe zur Einäscherung. Falls Zweifel an einer natürlichen Todesursache bestehen, muss der Arzt die Polizei oder das Gesundheitsamt informieren. Gegebenenfalls ordnen diese eine Obduktion an.

Ablauf der Kremierung

Ist eigene Kleidung im Krematorium möglich?

Bei der zweiten Leichenschau wird der Verstorbene entkleidet. Vor der Einäscherung wird ihm seine Kleidung üblicherweise wieder angezogen. Wählt man ein Sterbehemd oder "Talar" beim Bestatter aus, so ist dieses aus Baumwolle. Häufig besteht seitens der Angehörigen jedoch der Wunsch, dass die Einäscherung in der eigenen Kleidung erfolgt. Viele Krematorien kommen diesem Wunsch auch nach. Aus ökologischen Gründen ist darauf zu achten, dass die Kleidung aus Naturmaterialien (z.B. Baumwolle) besteht. Einige Krematorien haben so gute Filteranlagen, dass die Kleidung aus jedem Material bestehen kann und dem Verstorbenen für die Kremierung sogar Fotos, Kuscheltiere oder CDs beigegeben werden können.

Kann ich sichergehen, dass die Asche meines Angehörigen in der Urne ist?

Ja. Im Krematorium findet die Kennzeichnung der verstorbenen Person statt. Jeder Verstorbene bekommt bei der Einlieferung ein Etikett mit einem Barcode auf den Holzsarg geklebt. Dem Sarg liegt außerdem ein münzgroßer Schamottstein mit einer Nummer und dem Namen des Krematoriums bei. Der Stein besteht aus hitzebeständigem Material. Damit wird sichergestellt, dass die Asche einer verstorbenen Person zugeordnet werden kann. Jeder Sarg wird einzeln in einer sogenannten Brennkammer eingeäschert.

Der Einäscherungssarg

Laut Gesetz darf die Einäscherung frühestens 48 Stunden nach dem Ableben erfolgen. Der Einäscherungssarg ist meistens ein einfacher Sarg. Er besteht aus Rohholz und muss zur Kremierung geeignet sein. Ist vor der Einäscherung ein Abschied am Sarg gewünscht, so benutzt man dafür aus ästhetischen Gründen meistens einen Erdbestattungssarg. Diesen kann man dann auch einäschern. Unnötige Griffe oder Beschläge entfernt man vor der Kremierung. 

Die Einäscherung

Moderne Krematorien werden mit Erdgas betrieben. Die Verbrennung dauert 1,5 – 2 Stunden. Die Asche kühlt dann aus, und anschließend füllt man sie zusammen mit dem Schamottstein in eine Aschekapsel. Das ist wichtig für eine eventuelle Umbettung, denn so können die Überreste in der Aschekapsel jederzeit dem Verstorbenen zugeordnet werden.

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