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Sterbephasen – Überblick über den Sterbeprozess

Der Sterbeprozess verläuft in verschiedenen Phasen. Das Kennen der Sterbephasen kann für Angehörige eine Hilfe im Umgang und der Begleitung mit dem Sterbenden sein. Doch nicht nur die Sterbenden unterliegen dem Prozess des Loslassens und des Verlustes – auch die Hinterbliebenen durchlaufen in dieser Zeit verschiedene Phasen der Trauer und des Verlusts, die denen des Sterbenden ähneln.

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© racamani – fotolia.com

Die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross

Die schweizerisch-amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross hat den Begriff der Sterbephasen definiert, die heute weltweit anerkannt sind. In ihrem Buch Interviews mit Sterbenden verarbeitete sie die Gespräche mit über 200 sterbenden Patienten und entwickelte daraus die fünf Phasen des Sterbens, welche in unterschiedlicher Form durchlaufen werden können.

Die Sterbephasen beziehen sich nicht auf den körperlichen Vorgang des Sterbens. Sie beschreiben die geistige Auseinandersetzung und Verarbeitung mit dem Zwang des Abschiednehmens vom Leben. Dies betrifft insbesondere Menschen, die bewusst erleben, dass sie starke gesundheitliche Verschlechterungen mitmachen.

Die Sterbephasen laufen nicht starr nacheinander ab, sondern können in unterschiedlicher Reihenfolge oder parallel nebeneinander auftreten beziehungsweise teilweise ganz ausbleiben. Es können sich auch Phasen wiederholen, die bereits durchlaufen wurden.

Erste Phase: Nichtwahrhabenwollen und Isolierung

In dieser Phase leugnet der Patient die Krankheit, Befunde werden als Fehldiagnosen abgetan. Um Menschen in dieser Phase beizustehen hilft es, ihnen Vertrauen anzubieten und sie eventuell in ihrem Nicht-Wahrhaben zunächst zu unterstützen.

Zweite Phase: Zorn

In der zweiten der fünf Sterbephasen empfindet der Betroffene Neid auf all diejenigen, die weiterleben werden und nicht wie er an seiner Krankheit leiden. Dabei kann es zu unkontrollierten Wutausbrüchen gegenüber Ärzten, Pflegern und Familienangehörigen kommen. Angehörige können dem Betroffenen helfen, indem sie ihm nicht aus dem Weg gehen, ihm Aufmerksamkeit schenken und seinem Zorn Raum geben. Wichtig ist es, den Zorn nicht persönlich zu nehmen und keinen Gegen-Zorn zu entwickeln, da dies eine Spirale des Streits nach sich ziehen kann.

Dritte Phase: Verhandeln

In dieser meist kurzen Phase beginnt der Betroffene – ähnlich wie ein Kind – sich eine Belohnung zu erhandeln, etwa eine längere Lebensspanne oder die Freiheit von Schmerzen. Der Handel wird streng geheim (mit Gott) oder mit Ärzten und Pflegepersonal geführt. Der Sterbende möchte auf diese Weise einen „Aufschub“ zukommen. Ärzte und Angehörigen können ihm zur Seite stehen, indem sie Hoffnungen zulassen, aber nur, wenn diese realistisch sind. 

Vierte Phase: Depression

Diese Phase der Depression oder Verzweiflung bezieht sich auf einen Verlust, den die Betroffenen bereits erlebt haben oder noch erleben werden. Etwa den Verlust von Geld für das Krankenhaus oder Behandlungen, körperliche Einschränkungen nach der OP oder auch den Verlust der Verantwortung gegenüber der Familie. Zukünftige Verlustängste beziehen sich auf die eigene zukünftige Abwesenheit in der Familie. Angehörige können versuchen, den Sterbenden ihre Sorgen zu nehmen, z.B. in Bezug auf Geld oder ganz konkret, etwa bei Abnahme der Brust, durch eine Brustprothese. Oder indem man dem Sterbenden zeigt, dass trotz ihrer Abwesenheit das gewohnte Leben weitergeführt werden kann. Allerdings sollte dem Sterbenden auch genügend Zeit gegeben werden, alleine zu sein und zu trauern. Nur durch die subjektive Einsicht seiner eigenen Angst und Verzweiflung kann die nächste Phase erreicht werden.

Fünfte Phase: Akzeptanz

In der letzten der Sterbephasen erwartet der Sterbende seinen  Tod – frei von Zorn oder Neid. Der Kampf ist vorbei, der Schmerz vergangen. Der Sterbende will von Problemen der Außenwelt in Ruhe gelassen werden. Dies kann für Angehörige schwer sein, da sie auch Zurückweisungen des Sterbenden erfahren müssen. Helfen Sie ihm, indem sie ihm auch ohne Worte zeigen, dass sie bis zum Schluss bei ihm sind. Begleiten Sie ihn bis zum Ende und hören Sie ihm zu! 

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