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Trauerphasen – die Phasen der Trauer im Überblick

Den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften ist schwer. Der Schmerz bricht oft unvorbereitet herein und stellt Trauernde vor viele Aufgaben, die sie zu bewältigen haben: Trennung, Verlust, Abschiednehmen, Bewältigung der Trauergefühle. Die Trauer ist jedoch nicht ein starrer Zustand, sondern sie verändert sich ständig und durchläuft mehrere Phasen, die sogenannten Trauerphasen.

Trauerphasen
© Jürgen Fälchle – fotolia.com

Phasenmodell nach Kast

Das Phasenmodell der Trauer nach Verena Kast stützt sich auf die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross . Sie unterscheidet zwischen vier verschiedenen Phasen, die meist stufenweise, jedoch nicht streng voneinander getrennt verlaufen:

Erste Trauerphase – Der Verlust

In dieser Trauerphase, die gewöhnlich einige Tage bis wenige Wochen anhält, sind die Betroffenen meist empfindungslos und starr vor Entsetzen und der Verlust wird zunächst verleugnet. Je überraschender der Tod eintritt, desto länger kann diese Phase andauern.

Zweite Trauerphase – Aufbrechen der Emotionen

In dieser Phase werden unterschiedliche Emotionen wie Trauer, Wut, Angst, Freude, Zorn oder Ruhelosigkeit erlebt. Eventuell beginnt man einen Schuldigen für den Verlust zu suchen oder wird selber von starken Schuldgefühlen gequält. Wichtig ist es hier, alle Gefühle zuzulassen und zu durchleben, um im Trauerprozess voran zu kommen.

Dritte Trauerphase – Suchen und Sich-Trennen

In der dritten Phase wird der Verstorbene – bewusst oder unbewusst – gesucht: etwa an Orten, die man gemeinsam besucht hat, auf Fotos, in den Gesichtszügen anderer Menschen, in Träumen oder Phantasien. Doch die Konfrontation mit der Wirklichkeit zwingt den Trauernden immer wieder dazu, sich mit dem Verlust auseinanderzusetzen. Dies kann im ungünstigen Fall dazu führen, dass Trauernde sich vom Leben und von Angehörigen abkapseln, sich zurückziehen und keine Veränderung zulassen. Im besten Fall entwickelt der oder die Betroffene jedoch ein inneres Bild, einen inneren Begleiter von dem Verstorbenen, mit dem man in einen inneren Dialog treten kann.

Vierte Trauerphase – Neuer Selbst- und Weltbezug

In der vierten Trauerphase ist es dem Trauernden gelungen den Verlust so weit zu bewältigen, dass der Verstorbene zu einer inneren Figur wird. Lebensmöglichkeiten, die zuvor an das gemeinsame Leben gekoppelt waren, können nun auf das eigene Leben übertragen werden. Neue Beziehungen, neue Rollen, neue Perspektiven werden möglich. Die Gedanken kreisen nicht mehr nur um den Verstorbenen und das eigene Leben kann wieder gestaltet werden, ohne dass der Verstorbene vergessen wird.

Trauerarbeit

Trauerarbeit
© Dan Race -fotolia.com

Die Trauer ist kein passiver oder stillstehender Zustand, sondern ein Prozess, den man durchlebt, der sich verändert und in dem man zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Aufgaben zu lösen hat. Oft ist daher auch von „Trauerarbeit“ die Rede. Wird diese Trauerarbeit nicht geleistet, so ist der Abschluss des Trauerprozesses nicht möglich und man verharrt in seiner ungelösten Trauer.

Aufgaben in der Trauer

Nach William Worden gehen mit der Trauerbewältigung verschiedene Aufgaben einher, nämlich:

  • den Verlust der Realität akzeptieren,
  • den Trauerschmerz erfahren,
  • sich an eine Umwelt anpassen, in der der Verstorbene fehlt,
  • emotionale Energie abziehen und in eine andere Beziehung investieren.

Hilfe für den Trauernden

Weder die Traueraufgaben noch die Trauerphasen sind als starre Gebilde anzusehen, sondern können individuell variieren. Sie können als Stütze und Orientierung für den Trauernden und seine Mitmenschen dienen und dabei helfen, das eigene Erleben, Gefühle und Gedanken zu verstehen, zuzulassen und im Trauerprozess voranzukommen.

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