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Seebestattung – Ablauf und Kosten im Überblick

Was ist eine Seebestattung?

Die Seebestattung ist eine Art der Naturbestattung. Die Asche des Verstorbenen wird dabei von einem Schiff aus im Meer beigesetzt, in einer dafür vorgesehenen wasserlöslichen Urne. Das Verstreuen der Asche auf dem Wasser ist in Deutschland nicht gestattet. Seebestattungen werden hauptsächlich an der Nord- oder Ostsee vollzogen. Es ist jedoch auch möglich, sie in allen weiteren Weltmeeren durchzuführen.

Seebestattung
© AW photography – fotolia.com

Auch nach dem Tod mit dem Meer verbunden sein – Geschichte & Gründe

Ursprünglich wurden Seebestattungen als maritime Tradition ausschließlich für Gefallene auf dem Meer von anderen Seefahrern durchgeführt. Hierbei spielte vor allem der hygienische Aspekt eine bedeutende Rolle, da ein Leichnam nicht für die oftmals lange Dauer einer Seefahrt auf dem Schiff aufgebahrt werden konnte. Heutzutage finden viele Menschen Gefallen an der Vorstellung, in der Natur die letzte Ruhe zu finden und fernab eines Friedhofs bestattet zu werden. Bereits seit den 70er Jahren ist dies in Deutschland möglich – je nach Bundesland zu abweichenden Bedingungen. Einige Menschen wünschen sich eine Seebestattung auch deshalb, weil sie sich aufgrund ihres Berufs, ihrer Heimat oder aber persönlichen Erlebnissen stark mit dem Meer verbunden fühlen.

Vorteile einer Seebestattung

Neben individuellen persönlichen Gründen für eine Seebestattung, können weitere Vorteile zur Wahl dieser Bestattungsart führen. Diese finden Sie im folgenden Überblick zusammengefasst:

  • Finanziell: Bei einer Seebestattung entfallen einige Kostenpunkte, die bei einer herkömmlichen Beerdigung auf einem Friedhof entstünden, was sie zu einer günstigen Alternative macht.
  • Emotional: Hat sich der Verstorbene dem Meer verbunden gefühlt oder gar den Wunsch nach einer Seebestattung zu Lebzeiten geäußert, kann ihm durch die genaue Achtung seines Wunschs die letzte Ehre erwiesen werden.
  • Philosophisch: Nicht wenige schätzen den Gedanken, nach ihrem Ableben zu ihrem menschlichen Ursprung, dem Element Wasser, zurückzukehren.

Organisation einer Seebestattung

Um den reibungslosen Ablauf einer Seebestattung zu gewähren, ist es ratsam, sich an ein erfahrenes Bestattungsinstitut zu wenden. Beisetzungen auf den Meeren der Welt sind heutzutage weit verbreitet und inzwischen Teil der Portfolios zahlreicher deutscher Bestattungsunternehmen. Diese nehmen sich dem Großteil der anfallenden organisatorischen Aufgaben und Formalitäten an, wie u. a. der Überführung des Leichnams, der Anmeldung der Seebestattung bei einer Reederei, sowie der Ämter- und Behördengänge. Eine grundlegende Voraussetzung für eine Seebestattung stellt die Einäscherung des Leichnams in einem Krematorium dar. Das für den Verstorbenen zuständige Standesamt muss hierfür wiederum zunächst den Tod beurkunden und einen Bestattungsschein ausstellen.

Erfahren Sie in der nachfolgenden Übersicht, welche ersten Schritte Sie bei der Vorbereitung einer Seebestattung erwarten:

  • Behördliche Genehmigung: Die Regelungen des Bestattungsrechts unterscheiden sich in Deutschland je nach Bundesland. In einigen Fällen muss eine Genehmigung der zuständigen Behörde eingeholt werden, ehe eine Bestattung im Meer erfolgen darf.
  • Einäscherung im Krematorium: Mit dem Krematorium muss ein Termin zur Einäscherung des Verstorbenen vereinbart werden. Diese wird frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes vollzogen, nach Einreichen des Bestattungsscheins (ausgestellt durch das Standesamt).
  • Anmeldung bei der Reederei: Inzwischen gibt es einige speziell auf Seebestattungen ausgerichtete Reedereien, die ihre Schiffe für Abschiednahmen an Bord zur Verfügung stellen. Häufig arbeiten diese mit örtlichen Bestattern zusammen.
  • Wahl der Urne: Die bei einer Seebestattung eingesetzte Urne muss aus einem wasserlöslichen Material gefertigt sein, da sie ansonsten auf der Wasseroberfläche schwimmen würde. Darüber hinaus gibt es keine gestalterischen Einschränkungen – jedoch ist die Urne häufig durch die Reederei festgelegt.

Wie verläuft eine Seebestattung?

Der Ablauf von Seebestattungen gestaltet sich weitestgehend nach den individuellen Wünschen der Angehörigen bzw. des Verstorbenen selbst, sofern er diese vor seinem Tod geäußert hat. Grundsätzlich werden die Urnen bei dieser Art der Naturbestattung von einem Schiff aus beigesetzt. Die Bestattung findet außerhalb der Dreimeilenzone statt, in einem Gebiet, in dem nicht gefischt oder Wassersport betrieben werden darf.

Da das Verstreuen der Asche auf dem Meer in Deutschland nicht gestattet ist, muss diese in einer wasserlöslichen Urne der See übergeben werden. Damit die Urne im Anschluss an die Seebestattung jedoch nicht im Wasser umhertreibt, sondern an der dafür vorgesehenen Stelle zu Boden geht und dort liegen bleibt, wird sie vor der Zeremonie entsprechend beschwert.

Bei dieser Form der Naturbestattung kann zwischen einer Trauerfeier im Kreis der Angehörigen und einem stillen Abschied gewählt werden – sowohl anonyme als auch begleitete Seebestattungen werden von Bestattungsinstituten angeboten.

Begleitete Seebestattung

Nach Absprache mit und Anmeldung bei der Reederei können bis zu 12, auf größeren Schiffen sogar bis zu 90 Personen an Bord des Fahrgastschiffs an der Beisetzung teilnehmen – in diesem Fall spricht man von einer begleiteten Seebestattung. In der Regel beinhaltet die Abschiednahme an Bord des Schiffes eine Trauerrede, Blumen-Dekoration sowie musikalische Untermalung, beispielsweise durch einen Akkordeonspieler. Die tatsächliche Reihenfolge des Ablaufs bei der begleiteten Seebestattung kann gemäß den Wünschen der Angehörigen variieren.

Bevor der Kapitän die Urne am Ende der Zeremonie dem Wasser übergibt, wird die Flagge des Schiffs auf Halbmast gesetzt und die Schiffsglocke geläutet. Die Urne schwimmt noch ein paar Minuten auf dem Wasser, sodass sich die Angehörigen in Ruhe verabschieden können. Danach versinkt sie in den Tiefen des Meeres. Aus ökologischen Gründen sind gebundene Trauerkränze mit Schleifen bei Seebestattungen nicht zulässig, weswegen meist einzelne Blumen, Blütenblätter oder kleine Steine gestreut werden. Die Angehörigen erhalten anschließend einen Auszug aus dem Logbuch des Schiffs sowie eine Kopie der Seekarte mit den Koordinaten, an denen die Urne beigesetzt wurde.

Anonyme Seebestattung

Eine anonyme Seebestattung hingegen sieht die Beisetzung in aller Stille vor, ohne Anwesenheit der Angehörigen des Verstorbenen auf dem Schiff. Reedereien setzen auf einer solchen Bestattungsfahrt meist mehrere Urnen bei. Üblicherweise wird dem Bestattungsinstitut der Termin der Beisetzung mitgeteilt, wodurch sich den Angehörigen am entsprechenden Tag die Möglichkeit des stillen Gedenkens bietet.

Die anonyme Seebestattung ermöglicht es somit besonders Angehörigen im hohen Alter, welche beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren können, pietätvoll Abschied zu nehmen. Genauso entscheiden sich Angehörige aus emotionalen Gründen gegen eine begleitete Seebestattung, um ihrem persönlichen Weg der Trauerbewältigung allein nachgehen zu können.

Wo finden Seebestattungen statt?

Grundsätzlich ist es möglich, Seebestattungen in allen Weltmeeren zu vollziehen. Hierbei ist zu bedenken, dass sich der organisatorische Aufwand sowie die finanziellen Aufwendungen erheblich steigern, soll die Beisetzung des Verstorbenen außerhalb deutscher Landesgrenzen geschehen. Innerhalb Deutschlands kommen hauptsächlich die Nord- sowie die Ostsee für Seebestattungen infrage.

Häufig gewählte Orte sind Küstenstädte wie Travemünde oder Büsum, in denen einige Bestattungsinstitute in Zusammenarbeit mit Reedereien entsprechende Bestattungszeremonien anbieten. Seebestattungen sind ebenso in Warnemünde beliebt – der Ort nahe Rostock gilt als Sitz traditionsreicher Reedereien.

Kosten einer Seebestattung – Zusammensetzung

Die Kosten einer Seebestattung variieren und stehen, wie auch bei anderen Bestattungsarten in starker Abhängigkeit von der Region und dem gewählten Bestattungsunternehmen. Bei einer Seebestattung entfallen die Friedhofsgebühren sowie die Kosten für den Grabstein und die Grabpflege durch einen Friedhofsgärtner. Daher sind Ausgaben für eine Seebestattung in der Regel erheblich geringer als bei anderen Bestattungsarten. Darüber hinaus ist eine Seebeisetzung an der Ostsee oftmals günstiger als an der Nordsee. Besondere Wünsche, wie die Beisetzung im Mittelmeer oder einem der Weltmeere sind in Absprache mit dem Bestatter gegen einen entsprechenden Aufpreis möglich. Die Kosten werden zudem dadurch beeinflusst, ob eine Trauerfeier, ein Trauerredner oder Blumen gewünscht sind.

Was kostet eine Seebestattung in Ihrer Stadt?

Die durchschnittlichen Preise einer Seebestattung können Sie für einen ersten Überblick der unten stehenden Tabelle entnehmen oder exakt auf www.bestattungsvergleich.de  ermitteln und mit weiteren Bestattern aus Ihrer Gegend oder deutschlandweit vergleichen.

Seebestattung Niedrigster Preis Höchster Preis
Deutschland 950 € 5049 €
Berlin 978 € 5049 €
Hamburg 950 € 3669 €
München 1160 € 4890 €
Köln 950 € 3900 €
Dresden 995 € 3519 €

Quelle: Bestattungsvergleich.de / Stand: Oktober 2018

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